Stressmanagement
Stressmanagement beinhaltet sowohl das Verhalten als auch die Verhältnisse (Stressoren am Arbeitsplatz oder zu Hause). Lassen sich die Stressoren nicht verändern, wird erarbeitet, wie mit den Stressoren am besten umgegangen werden kann:
- Reflexion eigener Verhaltensmuster und Arbeitstechnik
- Einüben von Entspannungsmethoden (z.B. PMR/ progressive Muskelrelaxation oder Bodyscan)
- Einführung in Meditation
Durch Stressreaktionen werden im Körper die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet, um dem Körper mehr Energie für Kampf oder Flucht zur Verfügung zu stellen.
Kurzfristig stellen Stressreaktionen kein Problem dar. Durch die Stresshormone haben wir zusätzliche Energie, um mit Problemen und Herausforderungen fertig zu werden. Wenn wir etwas erfolgreich gelöst haben, führt das zu Selbstbewusstsein, Wohlbefinden und Entspannung. Danach braucht es aber Phasen der Erholung.
Schüttet der Körper aber über Wochen und Monate Stresshormone aus, weil Belastungen nicht gelöst werden können, kann dies zu Symptomen führen wie beispielsweise:
- Mental: z.B. verminderte Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit, Grübeln, Selbstzweifel; bereits alltägliche Anforderungen können zu Überforderung führen
- Gefühle: z.B. Ärger, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Ängeste
- Körper: z.B. hoher Blutdruck, Kopf- und Rückenschmerzen durch Daueranspannung, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Schwindel
- Beziehungen/soziale Interaktionen: z.B. Rückzug, Konflikte, Gewalt
Werden die Stresshormone Adrenalin und Kortisol über Wochen und Monate ausgeschüttet, beeinträchtigt das Kortisol mit der Zeit u.a. das adrenerge, serotonerge und dopaminerge System, wobei ein Serotoninmangel Depressionen fördert. Weniger Adrenalin und Dopamin führen zu Antriebslosigkeit. Da Serotonin in der Nacht zu Melatonin umgewandelt wird, verursacht dies bei einem Mangel Schlafstörungen. Ausserdem wirkt Kortisol entzündungshemmend, was Reparaturprozesse im Körper unterdrückt.
Andererseits führen belastende Situationen nicht nur zu Stressreaktionen, sondern gleichzeitig zu organischen Veränderungen wie Zellaufbau oder Zellabbau, vor allem wenn eine Belastung länger nicht gelöst werden kann.
Nach der Lösung von Belastungen oder Verarbeitung emotionaler Themen kann es deshalb zu Regenerations-Symptomen kommen, weil diese Veränderungen durch Mikroorganismen wieder rückgängig gemacht werden. Es entstehen u.a. Symptome wie Fieber, Entzündungen, Müdigkeit, Schwellungen und Schmerzen und man fühlt sich richtig krank. Gibt man dem Körper die Zeit, sich vollständig zu regenerieren, fühlt man sich danach nicht nur körperlich wieder fit, sondern auch psychisch und mental (s. auch Einführung in die 5BN).
Da anhaltende Stress- und Traumareaktionen wie Anspannung, Versteifung, Erstarrung oder Kollabieren den Körperbau prägen, führt dies mit der Zeit zu einer Disharmonie im gesamten Körper, welche durch verminderte Blutzufuhr und falsche Belastungen Schmerzen verursacht.
Solange das Bewusstsein von diesen verkörperten Erfahrungen abgespalten ist, bleiben diese unverarbeiteten Energien weiterhin gespeichert. Jedesmal wenn beispielsweise unverarbeitete Wut getriggert wird, welche als Kind nicht ausgedrückt werden konnte/durfte, braucht dies zur Unterdrückung erneute Muskelkraft. Weil sich der Körper bei Aggression automatisch anspannt, führt dies zu weiteren Verspannungen.
Verdrängung und Abspaltung verbrauchen deshalb sehr viel Energie, was zu einer latenten Müdigkeit führen kann. Ausserdem wird nicht wahrgenommen, wenn der Körper an seine Grenzen kommt, was im Extremfall bis zu einem Burnout führen kann (s. auch Traumaverarbeitung und Weiterbildung Dreiklang).
