Neurofeedback ist ein computerunterstütztes Hirntraining zur Förderung von

neurofeedback

  • Entspannung
  • Stressresistenz
  • Aufmerksamkeit, Konzentration und Leistung
  • Kreativität und persönlicher Entwicklung

Neurofeedback wurde ausgehend von Biofeedback-Methoden wie der Beeinflussung des Herzschlages, der Temperatur oder der Atmung entwickelt (Evans & Abarbanel, 1999).

Neurofeedback basiert einerseits auf einfachen Lernprozessen, genannt operante Konditionierung. Ziel ist es, verschiedene Hirnwellen, z.B. diejenigen welche für Aufmerksamkeit, Konzentration und Stressresistenz typisch sind, gezielt zu fördern. Während des Trainings werden am Kopf Hirnwellen mit Elektroden abgenommen und durch den Computer mit Hilfe eines Elektroencephalogramms (EEG) sichtbar gemacht. Jedes Mal wenn das Gehirn die gewünschten Hirnwellen per Zufall vermehrt produziert, wird dies durch einen Reiz (z.B. Musik, eine Computeranimation, etc.) verstärkt. Das Gehirn beginnt dann, mehr davon zu produzieren. Somit können Hirnwellen, welche für Entspannung, Aufmerksamkeit und Stressresistenz typisch sind, gezielt gefördert und trainiert werden. Diese Erklärung allein wird aber der Komplexität des Gehirns kaum gerecht. Man geht heute davon aus, dass der Haupteffekt darin besteht, dass das Gehirn durch das Training herausgefordert wird, sich selbst optimaler zu regulieren. Die Wirkung ist nachhaltig (Budzynski et al., 2009; Robbins, 2000).

Neurofeedback optimiert insbesondere die Affekt- und Stressregulation und bringt das vegetative Nervensystem wieder ins Gleichgewicht. Viele psychosomatische Symptome, wie z.B. Ängste, Kopfschmerzen, Magenprobleme oder Antriebslosigkeit, verursacht durch Überbelastung, eine Krise oder schwierige Verhältnisse in der Kindheit (s. auch Trauma und Stressreaktionen) lösen sich dadurch nach und nach auf. Mit jeder Trainingssequenz lernt das Gehirn, flexibler auf Herausforderungen zu reagieren und sich zu zentrieren.

Neurofeedback ist ein Lernprozess. Deshalb braucht es mehrere Sitzungen (mind. 10 Sitzungen), bis das Gehirn gelernt hat, sich optimaler zu regulieren. Bei schwerwiegenderen Stress-Symptomen braucht es entsprechend länger.

Seit den 80er Jahren wurde die Wirkung von Neurofeedback in zahlreichen Studien überprüft und vielfach bestätigt (Budzynski et al., 2009).

 

Literatur:

Budzynski, Th., Budzynski, H.,Evans, R.J., Abarbanel, A. (2009). Introduction to quantitative EEG and Neurofeedback. San Diego: Academic Press.
Evans, R.J., Abarbanel, A. (1999). Introduction to quantitative EGG and Neurofeedback. San Diego: Academic Press.
Fisher, S.B. (2014). Neurofeedback in the Treatment of Developmental Trauma. W.W. Norton & Company Inc.
Robbins, J. (2000). A Symphony in the Brain. New York: Atlantic Monthly Press.
Van der Kolk, B. (2016). Verkörperter Schrecken. Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann. Lichtenau: Probst Verlag.