Bei der Frage „Wer bin ich?“ geht es um Selbsterkenntnis, um mein Inneres, um meine Seele. Da sich die Seele aber jedem Messinstrument entzieht, schaue ich in die Welt, weil ich mich nur in der Welt erkennen kann. Alles was also in meiner Welt auftaucht, kann mir Erkenntnisse über mich vermitteln: mein/e Partner/in, meine Beziehungen, meine Arbeit, meine Hobbies etc.: die Welt als mein Spiegel. In der Welt reagiere ich auf das, was auch etwas mit mir zu tun hat. Dies führt zu einer der zentralen Aussagen des esoterischen Weltbildes: Innen wie Aussen (Orban & Zinnel, 2005).

Im Weltbild der Esoterik ist die interessante Frage beispielsweise nicht: Weshalb verhalten sich meine  ArbeitskollegInnen, meine Vorgesetzten, meine Partnerin/ mein Partner, meine Kinder so und so, sondern was kann ich an ihnen über mich erkennen? Weshalb ziehe ich gerade diese Personen oder Ereignisse mit diesen Themen an und was sagt es über mich aus (Orban, 1997)?

Das Geburtshoroskop kann nun ebenfalls als Spiegel dienen, vermittelt tiefe Einsichten in die eigene Persönlichkeit und fördert dadurch Selbsterkenntnis und spirituelles Wachstum. Je bewusster die eigenen Verhaltensweisen werden, desto klarer das Erkennen eigener Schatten aber auch der eigener Begabungen. Die Astrologie macht dies mit Hilfe von 12 realitätsnahen, inneren Personen oder Archetypen (Orban, 2004; Meyer, 2006).

Jung (2005) bezeichnete die Archetypen als grundlegende Prinzipien der menschlichen Psyche (innere Anteile). Jedoch betrachtete er sie später auch als Synchronizitäten, Ereignisse, welche sich in meiner Welt zeigen und mir Hinweise auf meine inneren Anteile geben können (Tarnas, 2007).

Die zwölf Archetypen oder Planeten Widder/Mars, Stier/Venus, Zwilling/Merkur, Krebs/Mond, Löwe/Sonne, Jungfrau/Merkur, Waage/Venus, Skorpion/Pluto, Schütze/Jupiter, Steinbock/Saturn, Wassermann/Uranus, Fische/Neptun können dabei sehr differenzierte Hinweise geben, welche meiner inneren Anteile (auch Schatten) auf mich zukommen. Sie dienen als bildhafte Sprache, als Metaphern, um zu verstehen, was mich anzieht oder in meinem Leben problematisch und schwierig ist.

Die Planeten verursachen jedoch keine Ereignisse, genau so wenig wie eine Uhr am Handgelenk, sondern sie zeigen etwas an (Grof, 2009).

In einer astrologischen Beratung erkennen Sie, welche Archetypen für Sie besonders wichtig oder problematisch sind, wie sie Ihnen in Ihren Beziehungen, bei der Arbeit oder in Ihren Kindern wieder begegnen und wie Sie mit ihnen erfolgreich umgehen können.

Zur Erstellung eines Horoskops braucht es das Geburtsdatum, den Geburtsort sowie die möglichst genaue Geburtszeit.

 

Literatur:

Dahlke, R., Klein, N. (2006). Das senkrechte Weltbild. Kreuzlingen/ München: Ullstein.
Grof, St. (2009). Holotropic Research and Archetypal Astrology. Archai: The Journal of Archetypal Cosmology, 1 (1), 50- 66.
Hamann, B. (2005). Die zwölf Archetypen. München: Knaur Taschenbuchverlag.
Jung, C.G. (1995). Gesammelte Werke. Düsseldorf: Walter.
Jung, C.G. (2005). Archetypen. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Meyer, H. (2006). Das Grundlagenwerk der psychologischen Astrologie. München: Trigon Verlag.
Orban, P. (1997). Seele. Geheimnis des Lebendigen. München: Heinrich Hugendubel Verlag.
Orban, P. (2004). Astrologie als Therapie. München: Heinrich Hugendubel Verlag.
Orban, P., Zinnel, I. (2005). Drehbuch des Lebens. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Tarnas, R. (2007). Cosmos and Psyche. London: Plume.
Virtue, D. (2006). Wie oben, so unten. Burgrain: KOHA-Verlag.